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19.03.2005, 17:12
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EU-Beitritt der Türkei gecancelt? Beitrag #1
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Gast
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EU-Beitritt der Türkei gecancelt?
Wir erinnern uns, es gab zum Weltfrauentag auch eine Demonstration von Frauen in der Türkei, da kamen dann Bereitschaftspolizisten und "behandelte" diese friedlich demonstrierenden Frauen mit Knüppeln, Reizgas und Tritten mit Springerstiefeln ins Gesicht.
Mehr Infos & Lesercomments dazu hier
Unsere liebe SPD war ja der Ansicht, die Beitrittsverhandlungen voran zu treiben, obwohl die Mehrheit der Bürger hier klar gegen den Beitritt, wie auch immer geartet, der Türkei ist.
Nun endlich, nach diesem Debakel der türkischen Regierung hat auch die SPD den Hals voll , und stellt die Verhandlungen "in Frage".
Michael Glos (CSU) sprach von einer "Einsicht".
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19.04.2005, 21:19
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EU-Beitritt der Türkei gecancelt? Beitrag #2
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Gast
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AW: EU-Beitritt der Türkei gecancelt?
GEDENKEN AN ARMENIER-MASSAKER
Türkei macht gegen Union mobil
Von Severin Weiland
Wochenlang versuchte die Regierung in Ankara, Druck auf die Union auszuüben: Hinter einem Antrag, den die CDU/CSU im Bundestag zum Massaker der Türken an den Armeniern einbringt, vermutet die Türkei einen Komplott, um den EU-Beitritt zu verhindern. Doch vergeblich: In dieser Woche wird im Bundestag der Antrag beraten.
Berlin - In der vergangenen Woche erhielten die Bundestagsabgeordneten Post vom türkischen Botschafter Mehmet Ali Irtemcelik. "Mit der Zuversicht, dass Sie entsprechend der vielschichtigen Sensibilität und mit dem der Bedeutung dieses Themas gebührenden Verantwortungsbewusstsein vorgehen werden, danke ich Ihnen für die Zeit, die Sie dafür aufwenden", so die Bitte des Diplomaten.
Die Sendung enthielt Dokumente, in denen die Türkei ihre verharmlosende Sicht des Völkermords an den Armeniern darstellt. "Verkürzungen" machte darin der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Christoph Bergner, aus. "Dass eine Botschaft so ein Material an Abgeordnete weiterleitet, ist äußerst fragwürdig", wundert sich der Christdemokrat.
In diesem Jahr jährt sich zum neunzigsten Mal der Massenmord an den Armeniern, der am 24. April 1915 seinen Anfang nahm. CDU und CSU nahmen das Datum Mitte Februar zum Anlass, einen Gedenk-Antrag in den Bundestag einzubringen. Die geschichtliche Aufarbeitung des Völkermords gehöre für die Union zur europäischen Erinnerungskultur, betonten CDU-Politiker. Seitdem ist Ankara verstimmt. Aber auch die Bundesregierung geriet in Nöte.
Nun wird an diesem Donnerstag über den Antrag im Bundestag beraten.
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Das Thema ist brisant. Denn in der Türkei ist der Mord an der christlichen Minderheit der Armenier noch immer ein Tabu. Historiker im Westen gehen von mehr als einer Million Opfern aus.
Von Völkermord oder Genozid zu sprechen, wie es in vielen Forschungen heutzutage getan wird, wagt auch der Unionsantrag nicht. Peinlichst wurden beide Worte darin vermieden - um die Tür für künftige Gespräche mit der türkischen Seite nicht zuzuschlagen. Stattdessen wird an die "planmäßige Durchführung der Massaker und Vertreibungen" erinnert.
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Kaum hatte die Union den Antrag eingebracht, brach ein Sturm der Entrüstung über sie herein. Die türkische Seite mobilisierte ihre Diplomaten und Politiker, in den Medien wurde eine regelrechte Kampagne gegen die Union gestartet. "Es steht ausschließlich Historikern zu, über geschichtliche Ereignisse Urteile zu fällen", lautet die offizielle Linie Ankaras, die sich etwa in der Presseerklärung des Botschafters vom 27. Februar wieder findet. Das zweiseitige Papier wurde auch an alle Konsulate der Türkei in der Bundesrepublik verschickt - und ging von dort an sämtliche Landtagsfraktionen von CDU und der CSU.
AFP
Türken vor gehängten Armeniern (1915): Bis heute tabuisiert
"Wir möchten nicht hoffen, dass unsere Freunde in den Unionsparteien durch die plumpe Verleumdung der türkischen Geschichte beabsichtigen, insbesondere unsere hier lebenden Bürger zu beleidigen und auf diese Weise den Integrationsprozess zu beeinträchtigen sowie den traditionellen und vielfältigen Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland Schaden zuzufügen", heißt es da. Und: Eine so wichtige Institution wie die CDU/CSU werde der Verantwortung für Deutschland nicht gerecht, "wenn sie sich zum Sprecher des fanatischen armenischen Nationalismus macht".
Ankara ließ nichts unversucht, um ihre Deutung der Geschichte vorzubringen.
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Die EU sei als "Versöhnungswerk" entstanden. Dazu gehöre auch, "sich den dunklen Kapiteln der eigenen Geschichte zu stellen".
Doch wenn es um das dunkelste Kapitel der türkischen Geschichte geht, wird die türkische Botschaft schnell aktiv. Als kürzlich das Land Brandenburg den Völkermord an den Armeniern in ein Schulbuch aufnehmen wollte, sprach der Generalkonsul Aydin Durusoy persönlich beim Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck vor. Kurzfristig zurückgestellt, wird das Vorhaben nun nach einer Überarbeitung des Lehrplans doch noch realisiert. Vorgesehen ist nun ein Kapitel über mehrere Genozide, darunter auch den 1915/16 verübten Völkermord an den Armeniern.
In Berlin gedachten vor vier Wochen Türken des früheren Innenministers des Osmanischen Reiches, Mehmed Talaat Pascha. Organisiert worden war die Kranzniederlegung vom Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Berlin, Tacittin Yatkin. Talaat, der mit deutscher Hilfe nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches nach Berlin geschleust worden war, gilt als einer der Hauptverantwortlichen der Massaker.
CDU-Politiker Bergner:
Es sei eben der "Versuch der türkischen Seite", so der frühere Ministerpräsident diplomatisch, "unsere Meinungsbildung zu begleiten".
Auszüge aus www.spiegel.de
Tschja... nicht nur widerlich, das Kapitel, sondern auch traurig-grotesk, wie unsere Regierung damit umgeht.
Yours,
Is(nich)lahm
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20.04.2005, 14:11
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EU-Beitritt der Türkei gecancelt? Beitrag #3
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Frau
Registriert seit: 19.03.2005
Ort: Schweiz
Beiträge: 51
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AW: EU-Beitritt der Türkei gecancelt?
... Obwohl schweizerin, war ich immer für die eu.
Seid einiger zeit bin ich ein bisschen skeptischer geworden, vor allem weil wir hier in der schweiz gesetze und strukturen haben die ich sehr ungern aufgeben möchte. Bei euch in deutschland laufen auf sozialer und finanzieller ebene dinge, die hier einfach nicht vorstellbar sind. Je grösser eine organisation ist, je mehr geht der einzelne und somit die demokratie unter.
Dass jedoch ein land wie die türkei überhaupt zur debatte steht, um in die europäische gemeinschaft aufgenommen zu werden ist schon höchst erstaunlich, und hat für mich absolut nix mit logik zu tun
Die türken sind ein stolzes und sehr nationalistisches volk. Die wollen nicht in die eu...
... Sie wollen bloss die türkei vergrössern!
Gruss von paty
und ihrer kleinen sicht der dinge
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21.04.2005, 11:12
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EU-Beitritt der Türkei gecancelt? Beitrag #4
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Gast
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AW: EU-Beitritt der Türkei gecancelt?
Aye... und mit der tatkräftigen Unterstützung der EU schaffen sie das auch.
War heute beim Amt, es war dasselbe Bild wie immer:
Kopftücher und Schnautzbärte zuhauf.
Und am lächeln waren die auch kräftig, sahen nicht so deprimiert drein wie der Rest.
Yours,
Fokus
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21.04.2005, 21:23
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EU-Beitritt der Türkei gecancelt? Beitrag #5
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Gast
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AW: Türkischer Botschafter droht dem Bundestag !!!
ARMENIEN-DEBATTE
Türkischer Botschafter droht dem Bundestag
Von Severin Weiland
Politiker aller Fraktionen haben heute im Bundestag die Türkei aufgefordert, das Massaker an der armenischen Bevölkerung vor 90 Jahren als Teil ihrer Geschichte zu akzeptieren. Der türkische Botschafter warnt vor Konsequenzen auf die Beziehungen beider Länder, sollte das Parlament eine entsprechende Entschließung verabschieden.
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Berlin - Es war eine Premiere in einem deutschen Parlament: Zum ersten Mal wurde des Massakers an den Armeniern im Osmanischen Reich gedacht. Der CDU-Abgeordnete Christoph Bergner, Initiator des Antrags der Unionsfraktion, erinnerte im Bundestag daran, dass in den Jahren 1915/16 die Zensur der Reichsregierung während des Ersten Weltkriegs eine Aussprache im damaligen Reichstag verhindert hatte.
Bergner verwies auf die Mitschuld des deutschen Kaiserreichs, das Informationen seiner Botschaft in Konstantinopel über die Massaker, die am 24. April 1915 begannen, nicht an die Öffentlichkeit brachte. Bergner zitierte die Sätze des damaligen Reichskanzlers Theobald von Bethmann-Hollweg an den deutschen Botschafter, wonach "unser einziges Ziel ist, die Türkei bis zum Ende des Kriegs an unserer Seite zu halten, gleichgültig ob darüber Armenier zugrunde gehen oder nicht".
Es war eine Debatte, die sich in ihrer Sachlichkeit ausdrücklich abhob von manchen hysterischen Reaktionen aus der Türkei.
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Der CDU-Außenpolitiker Friedbert Pflüger unterstützte ausdrücklich die Bemerkung seines sozialdemokratischen Kollegen Markus Meckel, der erklärt hatte: "Es macht eine Nation nicht größer, wenn sie vor den dunklen Seiten ihrer Geschichte ihre Augen verschließt."
Botschafter warnt vor Schaden unabsehbaren Ausmaßes
Einen Tag vor der Beratung im Bundestag hatte sich erneut der türkische Botschafter Mehmet Ali Irtemçelik in einem Interview mit dem Massenblatt "Hürriyet" zur Armenien-Debatte geäußert. Darin wiederholte er die türkische Position, wonach es nicht zu den Aufgaben von Parlamenten gehöre, ein Urteil über historische Ereignisse zu fällen. Sollte es den Initiatoren des Antrags im Bundestag "und den Organisationen, die dahinter stehen, ermöglicht werden, ihr Ziel zu erreichen, wird es nicht zu vermeiden sein, dass die Türkei und die hier lebenden knapp drei Millionen Türken aus dieser Haltung Konsequenzen ziehen".
Er befürchte, so der Botschafter weiter, dass bei einer Annahme "dieses oder eines Antrags dieser Art, ungeachtet der Bemühungen von offizieller Seite, dies zu verhindern, der Schaden in den Beziehungen ein Ausmaß und eine Dimension erreichen wird, welcher heute nicht absehbar ist".[COLOR]
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Von türkischer Seite wird bis heute ein geplanter Völkermord an der christlichen Minderheit rigoros bestritten. Wer dies dennoch tut, muss mit einem Verfahren rechnen. So ist der Schriftsteller Orhan Pamuk in Kayseri angeklagt - wegen "grundloser Vorwürfe gegen die türkische Identität, das türkische Militär und die Türkei als Ganzes". Pamuk hatte in einem Interview erklärt, dass in der Türkei Anfang des letzten Jahrhunderts eine Million Armenier getötet worden seien. Daraufhin erhielt er Morddrohungen, seine Bücher wurden in der südanatolischen Stadt Bilecik verbrannt.
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Zwar wurden einige der Hauptverantwortlichen nach dem Krieg aufgrund alliierten Drucks vor Gericht gestellt. Doch fast alle konnten flüchten, andere wurden später Minister in der nach dem Ersten Weltkrieg gegründeten Türkei.
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Quelle:
www.spiegel.de
Ich schätze, daß wir in etwa 5-10 Jahren ein türkisches Parlament hier haben werden
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01.05.2007, 17:23
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EU-Beitritt der Türkei gecancelt? Beitrag #6
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Gast
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Sehe grad in allen Nachrichtensendern Bilder von Polizeikräften, die dort massiv mit Fäusten, Schlagstöcken und CS-Gas gegen friedliche Demonstranten vorgehen.
Die anstehende Wahl wurde nun für nichtig erklärt, alles droht zu scheitern.
Das Land ist definitiv noch mehr als jahrzente von einem EU-Beitritt entfernt.
Aber im Grunde auch egal, die Türken fühlen sich hier ja eh schon mehr als nur zu Hause
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